Finanzen
BWA lesen in der Arztpraxis: Die wichtigsten Zeilen erklärt
Effizienz Praxis RedaktionStand:
Kurz beantwortet
Die BWA ist eine monatliche Kurzauswertung der Buchhaltung, meist vom Steuerbüro über DATEV erstellt. Entscheidend sind Umsatzerlöse, Personalkosten, Raumkosten, sonstige Kosten und das vorläufige Ergebnis. Wichtig: Die BWA zeigt den Gewinn vor Steuern und Privatentnahmen, nicht den Kontostand – Tilgungen und Privatentnahmen tauchen dort nicht als Kosten auf.
Was ist eine BWA?
Die Betriebswirtschaftliche Auswertung fasst die laufende Buchhaltung eines Monats zusammen. Sie ist kein gesetzlicher Abschluss, sondern ein Steuerungsinstrument: Sie zeigt früh, ob Einnahmen und Kosten im Plan liegen.
In Arztpraxen kommt die BWA meist als Standard-BWA (Kurzfristige Erfolgsrechnung) aus DATEV. Viele Steuerbüros liefern zusätzlich einen Vorjahresvergleich oder einen Controllingreport.
Die wichtigsten Zeilen
Für die Praxisführung genügen wenige Positionen, wenn man sie regelmäßig vergleicht:
- Umsatzerlöse: Einnahmen aus KV, HZV, Privatabrechnung und IGeL.
- Personalkosten: Löhne, Gehälter und Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung – meist der größte Kostenblock.
- Raumkosten: Miete, Nebenkosten, Reinigung.
- Material und Praxisbedarf: Verbrauchsmaterial, Labor, Medikamente für den Praxisbedarf.
- Vorläufiges Ergebnis: Umsatz minus Kosten vor Steuern – nicht gleichbedeutend mit verfügbarem Geld.
Monat oder kumuliert?
Viele BWAs zeigen zwei Spalten: den aktuellen Monat und die aufgelaufenen Werte seit Jahresbeginn (kumuliert). Wer kumulierte Werte versehentlich als Monatswerte liest, überschätzt Umsatz und Kosten massiv.
Da Arztpraxen quartalsweise abrechnen, schwankt der Monatsumsatz stark. Aussagekräftiger ist der Vergleich gleicher Monate oder Quartale mit dem Vorjahr.
BWA und Liquidität
Ein positives Ergebnis heißt nicht, dass genug Geld auf dem Konto ist. Kredittilgungen, Privatentnahmen, Einkommensteuer-Vorauszahlungen und Rücklagen stehen nicht als Kosten in der BWA, belasten aber das Konto. Deshalb gehört neben die BWA eine Liquiditätsplanung.
Häufige Fragen
Wie oft sollte man die BWA anschauen?
Monatlich, idealerweise mit festem Termin nach Eingang vom Steuerbüro, und mindestens quartalsweise im Vorjahresvergleich.
Warum schwankt der Umsatz in der BWA so stark?
KV-Abschlagszahlungen und Quartalsabrechnungen fließen zeitversetzt. Einzelne Monate sind daher wenig aussagekräftig; Quartale und Vorjahresvergleiche sind verlässlicher.
Ist das vorläufige Ergebnis mein Gewinn?
Es ist der Gewinn vor Steuern laut Buchhaltung. Privatentnahmen, Tilgungen und Steuern mindern das verfügbare Geld zusätzlich.
